Sommermorgen

Die Sonne scheint in mein Gesicht, ich blinzele und drehe den Kopf auf die andere Seite, das Kissen ist noch warm.
Langsam werde ich wach, sofort weiß ich, dass du nicht mehr neben mir liegst, aber ich weiß: du bist noch nicht lange weg, denn das Bettlaken neben mir ist noch warm.
Endlich bin ich bereit die Augen zu öffnen, immer noch legt die Sonne ein helles , freundliches und gelbes Licht in das Zimmer. Ich spüre einen frischen Lufthauch an meinem nackten Bein, die Tür zum Schlafzimmer steht auf, aus Richtung Wohnzimmer höre ich den Klang der Akustikgitarre.
Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.
Ich verlasse das zerwühlte Bett, schlüpfe in eins deiner T-Shirts. Es riecht nach dir.
Der Holzfußboden ist kühl unter meinen Füßen, langsam schleiche ich durch den Flur.
An der rechten Seite hängt ein großer Spiegel. Meine Haare stehen ab und mein Gesicht ziert der Abdruck vom Kissen, an meinem Hals schimmert ein violetter Fleck.
Ich streiche sanft darüber und grinse leicht.
Als ich das Wohnzimmer betrete sehe ich woher der Luftzug und die leise Melodie stammen, die Balkontür steht auf.
Draußen sitzt du, ich sehe nur deinen brauen Rücken und deinen Hinterkopf, den honigbraunes Haar schimmert in der Sonne.
Langsam trete ich durch die Tür. Du hörst mich nicht.
Ich kenne die Melodie, „Virginia Moon von“ den „Foo Fighters“. Ich muss schmunzeln, du sitzt da in der hellen Sonne und spielst unser Lied, unser Abendlied, mein Einschlaflied.
Einen Moment bleibe ich am Türrahmen stehen, ich beobachte dich. Wie sich deine Rücken bewegt, wie dein Haar die Sonne reflektiert.
Du trägst eine dunkelrot und blau karierte Boxershorts, deine dunkle Sonnenbrille, sonst nichts.
Langsam gehe ich auf dich zu, schlinge die Arme um dich und küsse dich auf den Hals, deine Haut fühlt sich warm an.
Erschrocken zuckst du zusammen, hörst auf zu spielen.
Ich kichere.
„Guten Morgen!“, flüstere ich zärtlich in dein Ohr.
Du legst die Gitarre zur Seite und ziehst mich auf deinen Schoss, deine Beine und dein Oberkörper sind so warm und weich.
Du lächelst mich an, streichst mir durchs Gesicht, beugst dich vor und küsst mich.
Meine Zunge drückt gegen deine Lippen, dann schmecke ich dich. Du schmeckst jedes Mal gleich und doch irgendwie neu, nach Rauch und nach Sommer und meistens auch nach Kaugummi.
Ich löse mich von deinen Lippen, schmiege meinen Kopf an deine Brust, die Sonne und du wärmen mich.
Deine Hand gleitet unter mein T-Shirt, streicht über meinen Rücken, deine Finger malen meine Wirbelsäule nach.
Meine Hand greift nach deiner freien Hand.
Ich mag deine Hände.
Ich kreuze meine Finger mit deinen, streiche mit meinem Daumen über deinen Handrücken, du führst meine Hand zu deinem Mund und küsst sanft meine Fingerspitzen.
„Hast du gut geschlafen, Kleine?“
„Hmmm, du auch?“
„Natürlich, und heute Morgen hab ich dir beim schlafen zugeschaut.“, du lächelst mich an.
„Spielst du was für mich?“
Ich stehe auf und lehne mich ans Balkongeländer. Schaue dich an.
Du greifst dir wieder deine Gitarre, zupfst ein paar Saiten.
„Was denn?“
„Ist mir egal, irgendwas.“
Ich lächele.
Dein Blick wendet sich von mir ab, erst schaust du in den Himmel, dann auf deine Gitarre.
Die Melodie, die du schließlich spielst kenne ich nicht, aber sie gefällt mir, sie passt zu dir, wie du da sitzt, auf dem Hocker...

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