Das Leoparden Kissen


Der Schrei versank dumpf in dem Kissen, das sie sich gegen ihren Mund drückte, es erstickte ihren lauten, verzweifelten Ruf.

Er hatte es nicht mehr gehört, denn er war schon längst aus ihrem Zimmer raus gewesen.

Sie drückte ihr Gesicht weiter in das Leoparden Kissen als wollte sie die Tränen wegdrücken, als wollte sie das Schluchzen einsperren.

Er schloss die Tür hinter sich und trat in das grelle Licht der Mittagssonne, sie schien so warm und ekelig auf ihn herab, das er mit schnellen Schritte Richtung Stadtpark lief, er wollte sie möglichst schnell irgendwo verkriechen, wo ihn die Sonnenstrahlen nicht mehr erreichen würden.

Langsam löste sie sich aus der Starre in der sie nun seit über 15 Minuten verharrt hatte und teste ob die Tränen wieder laufen würden, wenn nicht mehr der Schutz des Kissens vor ihren Augen war.
Ja, für den Moment blieben ihre Augen trocken, nur noch die alten Tränen hingen darin und verklebten ihre Wimpern.

Er wischte sich schnell mit dem Ärmel seines Blink-Pullis über das Gesicht, als er sah, das ihm jemand entgegen kam. Dann bog er rechts rein in den Park und stampfte durch das trocknet Gras auf die kleine Brücke zu, die über den Teich führte.
Im Schatten der kalten Mauer setzte er sich auf den Boden und lehnte seinen Kopf an die glatten Steine.

Sie stieg langsam von ihrem Bett und schaute in den großen, bodenlangen Spiegel.
schwarz verschmierte Augen schauten sie traurig und verzweifelt an.

>> Was hatte dieser Junge bloß bei ihr zu suchen gehabt? <<
Zum hundertsten Male ließ er sich diese Frage durch den Kopf gehen.
Er hatte sich nicht vertan, da gab es nichts, das >> ganz anders als du meinst << gewesen war.

Sie war wieder zusammen gebrochen, lag auf den Knien auf dem Boden, die Arme um den Kopf geschlungen, Tränen liefen.
Sie hatte alles verloren, sie hatte sie beide verloren.

Er sah ihn genau vor sich, die blauen Augen, fast genauso blau wie seine eigenen. Aber goldbraunes Haar was wild um den Kopf lag.
Er hatte die Hände auf die Wangen seiner Kleinen gelegt, sie musste sich auf Zehenspitzen stellen um ihn küssen zu können.
Tränen schossen ihm in die Augen er sich diesen Moment ins Gedächtnis zurück rief.

Stumme, heiße Tränen liefen über ihr Gesicht wenn sie an blaue Augen und goldbraunes Haar dachte, verzweifelte Schluchzer schüttelten sie, wenn sie an blaue Augen und schwarzes Haar dachte.
>>Was habe ich bloß getan? <<

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