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Er wirft dem schwarzhaarigen Jungen, der grade den Flur betritt einen verstolenen Blick zu.
Er selbst sitzt auf einem Sofa in der Ecke des Wohnzimmers, von hier kann er die Tür genau sehen.
Seit über einer Stunde sitzt er nun schon da und beobachtet sie. Am Anfang kamen mehrer Leute, dann wurden es weniger, doch er war nie dabei gewesen.
Doch jetzt steht im Flur, redet mir Lilli der Gastgeberin.
Wie der Schwarzhaarige heißt, weiß es nicht mal, er nennt ihn immer Velvet, weil seine Haare wie schwarzer Samt vor seinem Auge hängen.
Er wir etwas nervös, er weiß gleich wird Velvet den Raum betreten, natürlich wird er ihn nicht wahrnehmen, tut er ja nie. Also steht er auf, verlässt den Raum und geht an Velvet vorbei, der redet immer noch mit Lilli.
Er hört seine Stimme, Zartbitterschokolade.
Als er sich noch mal zu Velvet umdreht traf ihn ein eisblauer Blick – heiß wie frischer, schwarzer Kaffee.
Benebelt stolpert er in die Küche und schnappt sich ein kühles Bier aus dem Schrank. Er lehnt sich gegen die Arbeitsfläche und schließt die Augen.
Velvet steht vor ihm, seine eisigen Augen durchbohren ihn, seine Lippen brennen auf den eigenen.
Er öffnet die Augen wieder und schüttelt schwach den Kopf, als er hoch schaut blicken ihn ein paar grüne Katzenaugen an.
Lilli steht vor ihm.
Sie lächelt.
„Hey alles klar bei dir?“
„Ja ja, passt schon…“, mit einem Nicken unterstützt er seine Aussage.
Nun könnte er sie fragen wie der schwarzhaarige heißt, tut er aber nicht, sagt nur: „Ist ganz nett heut Abend.“
Jetzt nickt Lilli: „Ja, schön dass du da bist.“ Sie strahlt ihn an, er lächelt schwach zurück.
Es tut ihm Leid, dass er nicht zurück strahlen kann.
Zuerst verschwindet Lillis Lachen, dann verschwindet sie.
Er ist allein und verschwindet nun auch: in seinen Gedanken.
Gedanken um eisblaue Augen, samtenes Haar und schöne schmale Lippen.
Schließlich stellt er sein Bier weg, es ist alle, er nimmt eine neue Flasche und rafft sich auf die Küche zu verlassen.
Im Wohnzimmer tanzen inzwischen ein paar Leute.
Velvet auch.
Er tanzt mit einem pinkhaarigen Mädchen, sie lacht glücklich und er auch.
Er hatte gewusst, dass es nie klappten könnte, das war ihm von Anfang an klar gewesen.
Nicht mal Hoffnungen hatte er sich gemacht, höchsten geträumt, aber nur ein wenig.
Einmal mehr wünscht er sich ein Mädchen zu sein…oder das Mädchen zu finden, das ihn so beschäftigen würde, wie Velvet es tat.
Lilli hat ihn wieder entdeckt, sie nimmt seine Hand und zieht ihn zu den anderen die auf Tanzfläche. Irgendwelcher Emocore dröhnt durch das Haus, er lässt sich gehen, tanzt und versucht nicht in Velvets Blickfeld zugeraten.
Doch das ist schwieriger als er dachte.
Plötzlich trifft ihn wieder dieser eisblaue Blick, unsicher versucht er ihn zu halten, doch viel zu schnell entgleitet er ihm wieder.
Er tanzt, dann guckt er wieder zu Velvet.
Sein Kopf hebt sich und schon wieder funkelt es in unter den schwarzen Haaren weg an.
Beim nächsten Mal hält er die eisblauen Augen fest, beobachtet sie genau mit seinen eigenen tiefblauen. Ganz schüchtern lächelt er.
Lilli schaut ihn fragend an, folgt seinem Blick und grinst plötzlich allwissend.
Sie zieht ihn näher zu sich: „Ach so ist das also…“
Erschrocken schaut er sie an, ist er etwas aus auffällig?
Sie steuert ihn näher zu dem anderen Paar.
„Er heißt übrigens Lukas“, murmelt sie in sein Ohr, dann tanzt sie weiter, aber mit größerem Abstand.
Innerlich ist er völlig aufgewühlt, umklammert das kalte, grüne Glas der Bierflasche.
Was sollte das?
Er lässt sich seine lila und schwarzen Haarsträhnen ins Gesicht fallen.
Hoffentlich sieht jetzt keiner mehr seine Blicke.
Eine Hand legt sich auf seine Schulter, streicht seinem Rücken herunter und bleibt auf seiner Hüfte liegen.
Kraftlos dreht er sich um, er will Lilli nicht schon wieder um sich haben.
Eisblaue Augen blicken ihn an.
Oder eher ein eisblaues Auge, denn das rechte ist von einem schwarzen Samtvorhang verdeckt.
„Hi!“, sagt die Zartbitterschokoladenstimme.
„Hey…“, murmelt er, schaut zu Boden um sein Grinsen und deine roten Wangen zu verbergen.
Lukas bewegt sich mit einer unglaublichen Leidenschaft zu der Musik.
Immer wieder berührt er ihn zufällig am Arm oder an der Hand.
Irgendwann leert sich die Tanzfläche.
Er hebt schüchtern die Hand. Er kann das alles immer noch nicht glauben.
Langsam streicht er mit dem Finger über Lukas Wange, am Kinn sind ein paar dunkle Bartstoppeln.
Lukas fährt ihm mit der Hand durch die Haare, er sieht wie er das Farbspiel von schwarz, lila, pink und petrol.
„Ich würde dich gerne küssen.“, haucht er Lukas mutig ins Ohr.
Der lächelt.
Nun werden seine Wangen rosa.
Er nimmt Lukas Gesicht in seine Hände, küsst ihn ganz zart.
Lukas Mund öffnet sich und er erwidert den Kuss, streicht mit der Zunge über sein Lippenpiercing.
Darauf beißt er sanft auf Lukas Unterlippe.
Ganz unbemerkt schleichen die beiden raus und stehe vor Lillis Haus.
Schwarzer Samthimmel hängt über ihnen.

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