Blue Veins

Ich nehme deine Hand und streiche mit dem Finger die Ader entlang, die unter deinen Alabaster weißen Haut bläulich, fast lila schimmert. Sie geht von deinem Handgelenk deinen Unterarm entlang, verläuft sich in viele kleine Äderchen zu den Seiten, an deinem Ellenbogen ist sie wieder gut zu sehen.
Ich drücke meine Lippe sanft auf die kleine Kuhle an der Innenseite deines Ellenbogens.
Deine Haut ist kalt.
So kalt uns weiß.
Das Blut in deinen blauen Adern pulsiert nicht mehr.
Ich beuge mich über dich, deine blauen Augen schauen mich leer und traurig an, deine schwarzen Haare fallen dir wie ein samtener Vorhang über die weißen Schultern und ins Gesicht.
Obwohl du so leer und kalt drein blickst, obwohl deine schmalen Lippen eine violette Färbung angenommen haben, siehst du doch so vertraut aus.
Deine markanten Gesichtszüge, die spitze Nase.
Meine Fingerspitzen gleiten über deinen kalten Hals, über deine Brust bis zu dem hässlichen blauen Fleck unter deinen rechten Rippen.
Sanft, als könnte ich dich sonst verletzten, streichele ich mit dem Daumen darüber.
Dann greife ich nach deiner anderen Hand, ich drehe das Handgelenk zu mir und eine Gänsehaut läuft meinen Rücken herab, als ich die nur gesäuberten Schnitte die sich deinen Unterarm herauf ziehen sehe.
Als ich sie berühre, sehe ich wieder das warme, dunkelrote Blut aus ihnen raus quellen.
Ich schließe die Augen, lasse deine Hand los und küsse dich noch einmal.
Dein weißer, lebloser Körper liegt still in dem mit schwarzem Satin ausgekleideten Sarg. Ich ziehe meinen schwarzen Schleier tief ins Gesicht und drehe mich weg, mit leisen Schritten um dich nicht aus deinem verdienten Schlaf zu wecken verlasse ich die Kapelle.


Blog eima Traumwelt Früher Liebe Grüße