Wolkebruch

Ich liege im feuchten Gras und sehe in den dunklen Nachthimmel, einzelne Wolken ziehen vorbei, Sterne funkeln.
Doch alles das ist mir egal, denn ich denke.
Ich denke schon den ganzen Abend und die halbe Nacht.
Wirres Zeug, bunt gemischt wie Blätter im Herbst, dunkel wie ein Regen Tag, leicht wie Federn und schwer wie die Bleigewichte, die auf mein Herz drücken.

Ich atme ruhig, die kühle Luft duftet nach dem Gras unter mir, aber ich rieche auch den Regen, der kommen wird.
Vielleicht wäscht er meine Gefühle weg?
Vielleicht wäscht er all die vielen, die tausenden, unzählbaren Gedanken weg?
Ich hoffe es, denn sonst wird es nicht mehr lange dauern bis sie mich zerstören.

Ich fühle mich allein, allein und leer.
Und ungeliebt.
Ich weiß, dass es nicht stimmt. Ich weiß es genau, aber ich fühle es tief in mir.

Ich drehe mich auf die Seite, der erdige Geruch des Bodens zieht in meine Nase, die Grashalme kitzeln mein Gesicht.
Die einigste Berührung seit langem.
Ich sehne mich nach Bestätigung, nach Zärtlichkeit.
Aber wer würde sich schon nach Zärtlichkeit mit mir sehnen?
Niemand.

Der Wind ist kalt, ich bekomme eine Gänsehaut an den Armen und schlinge die schützen um mich.

Wieso ist hier niemand der mich wärmen will?
Wieso ist hier niemand den ich lieben kann?
Wieso sehe ich mich so sehr danach?

Der Wind weiß keine Antwort und zieht weiter.
Doch der Regen jagt ihn und die ersten Tropfen fallen auf meine Wange, laufen herab wie Tränen.
Der Regen prasselt nieder auf meine Haut, er befreit mich, lässt meine Gedanken raus, sie entfliehen meinem Kopf, gehen mit dem Wind.
Dann geht auch der Regen, lässt mich allein, frisch und mit leerem Kopf auf der Wiese liegen.
Ich rolle mich zusammen wie ein Baby und schließe die Augen, ich lächele und schlafe ein, ohne noch einen Gedanken zu verschwenden.

Blog eima Traumwelt Früher Liebe Grüße