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Glycerine


Lässig wie immer stand er an eine Wand gelehnt, seine hellbraunen Haare hingen ihm ins Gesicht, er trug einen dunkel blauen Pulli mit helleren Streifen. Der Pulli hatte viel zu lange Ärmel und war ausgewaschen, genauso, wie seine Jeans, die ein kleines Loch am Knie hatte.
Finn kramte in seiner Tasche und zog eine zerknitterte Schachtel Zigaretten hervor, enttäuscht stellte er fest, dass er sein Feuerzeug verloren hatte.
Suchend blickte er sich um und hielt Ausschau nach jemandem, der rauchte.
Ein paar Meter von ihm entfernt stand ein Typ, Colin, der das komplette Gegenteil von ihm war.
Er trug ebenfalls etwas gestreiftes, aber in rot schwarz, es sah neu aus und am Kragen schaute ein schwarzer Polokragen eines T-Shirts hervor. Seine Haare waren dunkelblond und sahen frisch geschnitten aus.
Er zog an einer Zigarette und Finn ging auf ihn zu, er blieb knapp vor ihm stehen und schaute Colin in seine braunen Augen.

„Hast du Feuer?“, fragte er ihn.

„Ja.“, Colin grinste ihn an und zog ein Feuerzeug aus seiner Tasche, er beugte sich zu Finn herüber und zündete die Zigarette an, die zwischen Finns Lippen klemmte.

„Danke.“, Finn inhalierte den Rauch tief in die Lunge und schaute sein Gegenüber noch einmal an, er hatte ein schönes Gesicht, hohe Wangenknochen und dünne Lippen. Für einen Moment blieb er an seinem Blick hängen, dann drehte er sich weg und ging zurück zu dem Platz, wo er vorher gestanden hatte.
Colin schaute ihm hinter her und erwischte sich dabei, dass er ihm Arsch schaute.
>> Lass es lieber gleich bleiben! << ermahnte er sich selbst und zwang seinen Blick wieder wo anders hin.
Schon ein paar Minuten später warf Finn seinen Zigarettenstummel auf den Boden und zerdrückte den glühenden Rest. Als er wieder hoch guckte, fiel sein Blick zum wiederholten Male auf Colin, der immer noch allein am anderen Ende des Raumes stand.
Ihre Blicke trafen sich wieder und Colins braune Augen flammten auf, schüchtern grinste er zu Finn herüber und versuchte seinen Blick nicht zu verlieren. Er dachte über die Chancen nach, die er bei dem Braunhaarigen haben könnte und darüber nach, es zu riskieren und zu ihm rüber zu gehen.
Verlegen blickte er dann doch zu Boden und dachte noch einen Moment länger, doch schon wurde er wieder aus seinen Gedanken gerissen.

„Hey, kann ich vielleicht noch mal Feuer haben?“
Finn schenke ihm ein wunderschönes Lächeln und strich sich die Haare aus dem Gesicht, erst jetzt merke Colin, dass er ein Piercing in der rechten Augenbraue hatte.
„Klar“, wieder zog Colin sein Feuerzeug aus der Tasche und zündete Finn die nächste Zigarette an. „Ich bin übrigens Colin.“
„Finn.“
Die beiden lächelten sich wieder an.
„Wie findest du die Musik?“, fragte Colin.
„Ganz gut, aber mein Lieblingslied wurde noch nicht gespielt.“, meinte Finn und zog an seiner Zigarette.
„Was ist denn dein Lieblingslied?“
Finn schaute ihn einen Moment mit seinen wasserblauen Augen an: „Glycerine von Bush“
Colin begann zu grinsen.
„Ja, das ist ein echt schönes Lied. Ich glaub das hier ist gleich vorbei, vielleicht kommt es dann ja.“
Beide schwiegen für ein paar Minuten und lauschten den ersten Takten des grade angespielten Lieds.
„Nein, leider nicht.“, seufzte Finn, als er das Lied erkannte, es war etwas von Muse.
„Wie lange hast du schon dein Piercing?“
Finn fasste sich automatisch an die Augenbraue und wieder trafen sich ihre Blicke.
„Ich habe es machen lassen als ich vor ca. 2 Jahren eine wichtige Erkenntnis in meinem Leben hatte.“, ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als zu Boden blickte.
Colin nickte bloß und fragte sich, was das bloß für eine Erkenntnis sein könnte.
„Steht dir aber gut.“, meinte er dann mutig und wich Finns neugierigem Blick aus.
Plötzlich schaute Finn wieder erfreut hoch, seine sonst eher trüben Augen fingen an zu strahlen und er griff nach Colins Hand.
Auch er hatte sofort erkannt, dass sie Bush spielten und ließ sich bereitwillig von Finn auf die Tanzfläche ziehen.
“It must be your skin that I'm sinking in.
It must be for real 'cause now I can feel”, sang Finn die ersten Zeilen des Liedes, die beiden hielten ein wenig abstand und bewegten sich langsam zu der Musik.
Colin konnte sich nicht mehr von Finns Blicken losreißen.
“Don't let the days go by.
Glycerine Glycerine”, flüsterte Colin, sein Mund wurde trocken und er stellte sich dichter an Finn.
Finn wurde bewusst, das die beiden nun ziemlich nah bei einander standen und er fühlte Colins Nähe bei sich. Colin streckte seine Hand aus und berührte mit dem Daumen Finns Hand, ganz zaghaft, eher fragend.
Finn schaute Colin in die Augen und griff nach seiner Hand, er hielt sie ließ sich seine Haare ins Gesicht fallen. Er schaute ihn unter seinem Pony hinweg an und biss sich auf die Unterlippe.
Dann fühlte er Colins Hand unter seinem Kinn liegen, er hob seinen Kopf an und drückte seine Lippen leicht auf Finns.
Eine Gänsehaut erfasste Finn und lief seinen Rücken herunter.
Er öffnete seinen Lippen und ließ seine Zunge zärtlich in Colins Mund gleiten, danach löste er sich aus dem Kuss und trat einen Schritt zurück, er schaute sich Colin an und lächelte vor sich hin. Eigentlich war er ziemlich stoned, aber er fühlte eine Wärme in seinem Bauch, die er schon lange nicht mehr gespürt hatte.
Wieder streckte Colin seine Hand aus und Finn ließ seinen Blick über die schönen Hände wandern, er trug ein Lederarmband und ein Festivalbändchen am Handgelenk. Finn hielt Colins Hand fest und drehte sich weg er zog ihn hinter sich her und murmelte leise: „Komm wir gehen wo anders hin.“
Colin ließ sich widerspruchslos mit ziehen und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er drückte Finns Hand und ließ sich von ihm nach draußen führen.
Die milde Nachtluft schlug ihm ins Gesicht und er atmete tief ein.
Finn ging weiter, sie liefen über einen kleinen Weg bis zu einer einsamen Parkbank, eine Laterne stand etwas abseits und warf einen sachten Lichtschein rüber zu der Bank. Er blieb vor der Bank stehe und drückte Colin runter, so dass er sich setzen musste.
Colin schaute in Finns trübe Augen, er hatte ein freches Grinsen auf den Lippen und beugte sich zu ihm runter, Colins Hände streichelten seine Seiten herunter und blieben auf seinen Hüften liegen.
Finn küsste Colin und strich mit seinem Finger über seine Wange, er fuhr mit seinen Händen durch Colins dunkelblonde Haare, verwuschelte sie völlig.
Colin küsste Finn immer leidenschaftlicher, plötzlich packte er ihn fest an den Hüften und zog ihn auf seinen Schoss, er ließ eine Hand unter Finns Pulli gleiten und streichelte ihm die Wirbelsäule entlang.
Finn murmelte etwas Unterverständliches an seinen Lippen und drückte sich näher an ihn, er genoss seinen Rausch von Geilheit und High-sein.
Er löste sich von Colins Lippen und ließ seinen Mund über seinen Hals wandern, erst saugte er zärtlich, dann immer heftiger und hinterließ einen rötlichen Knutschfleck auf Colins milchkaffeebrauner Haut.
Nach ein Paar Minuten rollte Finn sich von Colin runter und setzte sich neben ihn, er schloss die Augen und ließ seinen Kopf an Colins Schulter rutschen. Sein Arm lag hinter Colin und er streichelte ihm über den Rücken.
„Mir wird kalt…“, meinte Finn und drückte sich noch näher an Colin.
„Willst du nach Hause?“, fragte dieser etwas enttäuscht.
„Nein, aber lass uns doch ein wenig gehen.“, er stand auf und zog Colin an der Hand, dieser folgte ihm und die beiden gingen durch die Dunkelheit ein Stückchen den Weg lang.

Sie kamen schwer voran, denn immer wieder hielt Colin an und zog Finn an sich, er gab ihm einen langen Kuss und erst dann konnten sie weiter gehen.
Nachdem sie eine halbe Stunde so durch die gegen gelaufen waren, hielt Finn plötzlich an und zog Colin in einen Hauseingang.
Es war ein altes Haus, mit vielen Klingelschildern, die Tür war aus dunkelbraunem Holz und von vielen Macken gezeichnet.
Auf der weißen Wand neben der Tür prangerten politische Graffitis.
„Wo sind wir hier?“, flüsterte Colin.
Finn lachte leise und schaute ihn verschmitzt an, seine sonst so trüben Augen fingen an zu glänzen.
Er zeigte auf eins der oberen Klingelschilder und sagte: „Hier wohne ich.“
Colins Augen weiteten sich, er atmete tief ein.
„Wollen wir?“, fragte Finn etwas schüchtern als gewohnt und biss sich wieder auf die Lippe.
Colin konnte diesem Anblick kaum widerstehen und drückte Finn gegen die Holztür, er küsste ihn und saugte an seiner Unterlippe, ganz zaghaft knabberte er an ihr rum und fuhr mit seiner Hand über Finns Bauch.
Als die beiden sich wieder von einander gelöst hatten meinte Finn lässig: „Ich würde mal sagen, dass war ein ‚Ja’.“
Er zog seinen Haustürschlüssel aus der Tasche und ließ Colin ins Haus gehen.
Finn wohnte fast ganz oben, seine Wohnung war klein aber sie passte zu ihm.
Er schlief auf einer großen Matratze die auf dem Boden lag, an den Wänden hingen Poster, Flyer und schwarzweiß Fotos.
Mehr konnte Colin von Finns Wohnung nicht sehen, denn die beiden ließen sich gleich aufs Bett fallen.
Finn lehnte mit dem Rücken an der Wand und Colin kniete über ihm, er hatte seine Hand auf Finns Hüfte liegen. Finn schlang seine Arme um Colins Hals und küsste ihn heftig, seine Hände bahnten sich ihren Weg unter Colins T-Shirt, er streichelte ihm über den Bauch und zupfte spielerisch daran. Colin hob seine Arme und Finn zog ihm das T-Shirt über den Kopf. Er drückte sich an ihn und küsste seinen Hals und fuhr mit der Zunge über sein Schlüsselbein.
Eine Gänsehaut breitete sich über seinen Oberkörper aus und Colin ließ seine Hand über die Innenseite von Finns Oberschenkel gleiten.
Dieser rutschte immer weiter nach unten, bis er auf dem Bett lag und Colin sich über ihn beugte, er schob Finns Pulli weiter nach oben und ließ seinen Lippen auf Finns Bauchen fallen, er verteilte kleine Küsse um seinen Bauchnabel und fuhr mit der Hand über den Reißverschluss seiner Jeans.
„Befrei mich mal von diesem Pulli!“, hauchte Finn ihm ins Ohr und Colin ließ seine Hände weiter unter Finns Pulli gleiten, dieser hob die Arme und Colin zog ihm die Pulli über den Kopf.
„Besser so?“, fragte er.
„Viel besser.“, meinte Finn und drückte sich nah an Colin, ihn berauschte das warme Gefühl von Colins Haut auf seiner eigenen und er drückte meinen Lippen in Colins Halsgrube.
Wieder ließ Colin seine Hand über den Reisverschluss von Finns Hose gleiten und fing an mit seinem Gürtel zu spielen. Finn drückte sich noch näher an ihn und ließ seine Hände Collins Rücken herab gleiten.
Schließlich öffnete Colin Finns Gürtel, den Knopf seiner Jeans und zog am Reißverschluss der Hose, er zog sie ein Stückchen weiter nach unten, und verteilte süße Küsse auf dem Rand von Finns karierter Boxershorts.
Finns Hände wanderten über Colins Po und verweilten dort, er atmete tief ein und schloss die Augen, als er Colins Hand spürte, die sich einen Weg in seine Boxershorts bahnte. Sein Kopf fiel zurück ins Kissen und er biss sich auf die Unterlippe, Colins Berührungen wurden immer weniger zaghaft, er zog Finns Boxershorts noch ein Stückchen weiter nach unten und schloss seine Hand um Finns Glied.
Er versuchte ein Stöhnen zu unterrückten und nur ein leises Wimmern entwich seinen Lippen. Colin musste grinsen, als er das hörte und fuhr ermutigt mit seinen Berührungen fort. Finn wuschelte ihm durch die dunkelblonden Haare und spielte mit den Haaren in seinem Nacken, er ließ seine Finger über seine linke Schulter und seinen Arm herunter fahren. Unbeirrt wanderten Colins Küsse immer tiefer.
Irgendwann konnte Finn ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken und er seufzte leise vor sich hin, als Colins Lippen endlich die Stelle berührten, die er eben noch mit seinen Fingern verwöhnt hatte.
Finn verlor jegliches Zeitgefühl, er fühlte nur noch diese weichen Lippen, die Haare unter seinen Händen, das kribbelige Gefühl, dass sich in seinem Bauch ausbreitete und die Anstrengung, nicht die Kontrolle über sich zu verlieren.
Irgendwann griff er nach Colins Hand und bedeutete ihm, dass er zu ihm nach oben kommen sollte, er zog ihn zu sich hoch und gab ihm einen langen Kuss.

Dann drehte er ihn geschickt auf den Rücken, sodass er über ihm lag und fing nun ebenfalls an, an seiner Hose zu spielen.
Er ließ seine Hand über Colins Oberschenkel gleiten und zog den Reißverschluss auf, dann glitt er mit zwei Finger durch den Schlitz und streichelte ganz Sacht über den Stoff von Colins Boxershorts und vernahm ein leichtes Zucken unter dem Stoff, als er seine Berührungen verstärkte.
Er liebte es so mit ihm zu spielen und zu sehen, wie sich ein sehnsüchtiges Lächeln auf Colins Gesicht ausbreitete. Er hatte die Lieder halb geschlossen und sein Atem ging immer schneller. Finns Finger wurden ebenfalls immer schneller, sein Blick ruhte auf Colins Gesicht.
Colin öffnete langsam die Augen und schaute lange in Finns, er sagte nichts, doch Finn verstand ihn und seine Berührungen wurden wieder zärtlicher, schließlich zog er langsam die Hand aus Colins Hose und streichelte über seinen Bauch.
Colin zog Finn an sich und bette seinen Kopf in seiner eigenen Halsgrube.
„Ich…normalerweise…“, er wusste nicht, was er sagen sollte, völlig überwältigt von all diesen Gefühle, von diesem wundervollen Abend und trotzdem hatte er einfach das Gefühl gehabt, es jetzt abbrechen zu müssen.
„Du brauchst dich nicht rechtfertigen. Ich verstehe schon was du meinst.“

Finn drehte sich noch einmal um und drückte sein Gesicht ins das weiche Kissen, er zog die Decke weiter über sich drüber, denn er fror ein wenig.
Durch die geschlossenen Augen nahm er das Licht wahr, das in sein Zimmer fiel, er hatte die Gardinen nicht vors Fenster gezogen und nun schien die Sonne in ihrer vollen Pracht herein. Er stützte sich auf seinen rechten Ellenbogen und zwinkerte, als ihm das helle Licht in die Augen schien, doch nach ein paar Sekunden gewöhnte er sich dran. Er suchte seinen Wecker: 9.06 Uhr. Er seufzte laut auf und ließ sich wieder in sein Kissen fallen.
Er hob seine Decke und schüttelte sie ein wenig aus, etwas Schwarzes rutsche neben seine Matratze und verwundert er griff danach.
Colins T-Shirt.
Ein Lächeln huschte über Finns Gesicht, er knautschte das T-Shirt zusammen und legte es neben sich auf das Kissen, dann drehte er sich zur Seite und schlief wieder ein…



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