So long and good night…


Peach’s night

 

[freshsarahschn: friedhofderhirnzellen.de.vu ]



Der süße Duft von frischen Pfirsichen bahnt sich einen Weg in meine Nase. Ich öffne meinen Lippen und stecke mir eins der Fruchtigen Stückchen in den Mund.
Es schmeckt himmlisch.
Er beobachtet mich und grinst leise.
„Schmeckt er dir?“
„Ja. Es ist traumhaft.“
Ich mustere sein Gesicht. Es wird nur von dem weichen Licht der Kerzen, die auf dem Tisch stehen, angestrahlt. Dieses Licht schmeichelt ihm und scheint sein Gesicht vollkommen zu machen. Auch seine Haare, die ihm ein wenig ins Gesicht hängen, wirken im Kerzenschein unglaublich weich und glänzend. Seine großen, schönen Hände hat er um ein Rotweinglas gelegt.
Als er bemerkt, wie ich mich in seiner Gegenwart langsam zu verlieren drohe grinst er erneut. Schnell versuche ich mich loszureißen und starre auf die Schüssel, in der diese göttlichen Pfirsiche liegen.
Ich merke, wie er mich mit seinem Blick fixiert, wage nicht aufzuschauen.
Ich werde nervös.
„Was ist?“, frage ich dann, mein Blick immer noch schüchtern auf die Pfirsiche geheftet.
„Du bist schön.“
Ich blickte überrascht auf. Verlegen nippe ich an meinem Glas. Kann er wohl die Röte, die nun auf meinen Wangen liegt, sehen?
Unsere Blicke treffen sich.
Lächelnd betrachtet er den Rotwein in seinem Glas, den er hin und herschwappen lässt.
Langsam stehe ich aus dem Holzliegestuhl auf und schreite zur Reling meines Balkons.
Während ich über das noch immer warme Holz streiche, blicke ich auf die Stadt die unter uns liegt. In nur wenigen Häusern brennt noch Licht, die sonst so überfüllten Straßen liegen völlig ruhig da. Über uns funkelt der samtschwarze, sternenklare Himmel. Er erinnert mich an seine Augen.
Ich höre leise Musik und drehe mich um. Er hat meinen Plattenspieler auf den Tisch gestellt und etwas Ruhiges auf gelegt.
Ich blickte erneut auf die Stadt hinab und schließe die Augen, als der sanfte Wind durch meine Haare streift. Er fühlt sich wunderbar angenehm und kühl an.
„Pfirsich?“, höre ich plötzlich seine Stimme in mein Ohr raunen. Meine Nachenhaare stellen sich auf und ein prickelndes Gefühl, prickelnder als ein Glas Sekt, läuft mir den Rücken hinab.
Ich drehe mein Gesicht zu ihm und lasse mir ein weiteres Stückchen Obst in den Mund stecken. Meine Lippen berühren dabei ganz leicht seine Fingerspitzen.
Nun stehen wir uns direkt gegenüber. Ich schaue zu ihm auf.
Das Rotweinglas hat er immer noch in der Hand.
Das erste Lied endet, die Stille die auf einmal herrscht bringt mich beinahe im den Verstand.
Ein Saxophon setzt ein. Er nimmt mit seiner freien Hand meine und schlingt seinen anderen Arm um meine Hüfte. Langsam wiegen wir im Takt der Musik hin und her.
Das kalte Weinglas brennt sich durch den dünnen Stoff meines Kleides auf meine Nackte Haut. Diese Gefühlt ist nichts gegen die Wärme und Nähe, die ich in diesem Moment spüre.
Glück. Das ist es. Es duftet nach Pfirsichen und Rotwein.
Ich lege mein Kinn auf seine linke Schulter. Sein Haar kitzelt mein Ohr.
Langsam streicht er mit seiner warmen Hand meinen Rücken auf und ab. Das Glas hat er auf die Reling gestellt.
Dieser Moment währt fast eine kleine Ewigkeit.
Ich merke nicht wie dich Zeit verstreicht, bin zu gefangen.
Die Nadel des Plattenspielers hebt sich. Augenblicklich hält er in seiner Bewegung inne.
Er löst sich von mir, hält nur noch meine Hand fest,
„Es war schön. Aber ich muss gehen.“
Ich öffne den Mund, will etwas sagen.
Keine Chance.
Meine Stimmbänder und meine Gedanken und zu verdreht, um sich klar zu artikulieren.
Er drückt mir einen sanften Kuss auf den Handrücken.
Unsere Blicke treffen sich ein letztes Mal.
„So long and good night…“
Er dreht sich um und schreitet langsam durch die Tür.
„Warte!“, rufe ich.
Er schaut mich erwartungsvoll an.
„Du hast deinen Wein nicht ausgetrunken…“
„Kleine, ich muss gehen. Die Welt ruft mich.“
Ich merke wie mir eine verdammte Träne über die Wange läuft.
„Wenn du schon gehst, dann lass wenigsten mein Herz hier…“



Red wine and swing music

Die Kerzen tauchen ihre Haare in ein goldenes Licht, sie lassen ihre Haut strahlen und das Licht spiegelt sich in ihren verträumten Augen.
Sie greift nach einem der Pfirsichstückchen in der Schale vor uns. Als sich ihre Lippen um die süße Frucht schließen, tritt ein Ausdruck der Verzückung in ihr Gesicht und das süßeste Lächeln umspielt ihren Mund. Automatisch muss auch ich lächeln.
„Schmeckt es dir?“
„Ja. Es ist traumhaft.“
Dann schaue ich wieder weg, raus in die Welt. Für einen Moment beobachte ich die Stadt, über die man von ihrem Balkon hinweg schauen kann, dann sehe im Augenwinkel, dass sie mich beobachtet.
Ich grinse sie wieder an, doch sie schaut weg.
Ihr Blick fixiert die Schüssel mit den Pfirsichen, ihre Wangen sind leicht gerötet und sie kaut verlegen auf ihrer Unterlippen rum.
„Was ist?“, fragt sie mich ohne auf zu schauen.
„Du bist schön.“
Wunderschön…
Sie wird noch röter, nippt an ihrem Wein und ich quittiere ihre Verlegenheit mit einem weiteren Lächeln. Doch ich kann sie nicht mehr aus den Augen lassen, schließlich treffen sich unsere Blicke wieder.
Dann steht sie auf, streitet in ihrem Kleid, das ihre Beine im leichten Wind umspielt zur Rehling des Balkons.
Weltvergessen steht sie da.
Ich stehe ebenfalls auf, doch sie hört nichts, leise schleiche ich ins Zimmer, ziehe den Plattenspieler aus dem Regal und stelle in auf den Tisch, als die Musik leise ertönt, dreht sie sich um und schaut ganz kurz zu mir, dann wendet sie sich wieder der sternenklaren Nacht zu.
Ein Windstoß fährt durch ihr Haar und streichelt meine erhitzen Wangen, als ich mit einem weiterem Stück Obst hinter ihr stehe.
„Pfirsich?“, flüstere ich ihr ins Ohr, ihre Haare kitzeln mich und ich fühle wie sie unter einem leichten Schauer zu zittern beginnt.
Dann dreht sie sich zu mir und ich schiebe ihr das Stückchen Obst in den Mund. Ihre Lippen berühren für einen kurzen Moment meine Fingerspitzen.
Wir stehen uns direkt gegenüber und sie schaut zu mir auf.
Ich klammere mich an mein Rotweinglas und versuche nicht die Fassung zu verlieren.
Das erste Lied endet, es herrscht Stille, ich zögere einen Moment und weiß nicht so recht ob ich es wirklich tun soll, doch dann nehme ich ihre Hand in meine und schlinge meinen Arm um ihre Hüfte. Ich spüre ihre warme Haut die sich gegen das Weinglas und meine Finger presst, wir wiegen uns im Takt des Saxophons.
Sie bettet ihren Kopf an meiner Schulter, ich seufze nicht hörbar und atme den Duft ihres Haars ein.
Kurz löse ich meine Hand von ihrem Rücken, um das Glas auf der Reling zu platzieren, dann fahre ich mit meinem Finger ihre Wirbelsäule auf und ab.
Ich fühle ihre Wärme überall und weiß, dass es das Glück sein muss, ein Glück dass nach Rotwein und Pfirsichen durftet.
Doch ich weiß auch, dass ich ihr das Herz brechen werde…
Nachdem der Moment eine kleine Ewigkeit andauerte, und sie wie weggetreten in meinen Armen liegt, als wäre sie bereit für immer weiter zu tanzen, hebt sich die Nadel des Plattenspielers. Ich löse ich mich schweren Herzens von ihr, die kalte Nachtluft drängt sich zwischen uns und ich halte nur noch ihre Hand fest.
„Es war schön. Aber ich muss gehen.“
Sie schaut mich an, öffnet den Mund doch widerspricht mir nicht.
Ich hebe ihre Hand an meine Lippen und hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken.
Ein letztes Mal sehe ich ihr in die traurigen Augen.
„So long and good night…“, flüstere ich.
Dann drehe ich mich schnell weg und gehe durch die Tür.
„Warte!“, ein Hauch von Verzweiflung liegt in ihrer Stimme.
„Du hast deinen Wein noch nicht ausgetrunken...“
„Kleine, ich muss gehen. Die Welt ruft mich.“, sage ich bestimmt, mehr um mich, als um sie zu überzeugen.
Eine Träne blitzt auf ihrer Wanger auf.
„Wenn du schon gehst, dann lass wenigsten mein Herz hier.“, höre ich noch ihre leise Stimme hinter mir…

 

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