Marmelade & Himbeereis

Seitdem sie Jahrelang nur Zigaretten und Alkohol geschmeckt hatte, wusste sie nicht mehr wie die Liebe schmeckt.
Auch konnte sie sich nicht daran erinnern zu wissen wie sie sich anfühlte, nachdem sie unzählige Nächte auf harten Asphalt geschlafen oder raue, fremde und schmierige Hände sie berührt hatten.
Ihre Welt war grau, kalt und einsam.
Und umso härter traf sie der Moment, in dem sie in das blauste Augenpaar schaute, in das sie je geschaut hatte und mit einem Mal die Farbe in ihre Welt zurückkam. Bunt, leuchtend und schwammig, wie in schlecht nachkolorierten Filmen drückte sich die Buntheit in ihr Sichtfeld.
Sie blieb zum ersten mal seit einer Ewigkeit stumm, wusste nicht, was sie sagen sollte und hörte ihr eigenes Herz wieder schlagen, als eine Hand sich auf ihre Schultern legte uns sie vorsichtig schüttelte, da sie einfach nicht reagierte.
Atemlos, wie jemand, der zu lange getaucht war, brach sie an die Oberfläche und holte tief los, bis sie fragte: „Sorry, was hast du gesagt?“.
Ein Lächeln.
Die musste sich konzentrieren um ihn dieses Mal richtig verstehen zu können.
„Ich bin neu hier, weißt du wo ich heute Nacht penne kann, es musst nichts besonderes sein, aber trocken wäre gut.“
Die blauen Augen ließen sie nicht mehr los.
„Ich hab da sonne alte Fabrikhalle wo ich schon seit über zwei Monaten schlafe…“, sagte sie leise und eingeschüchtert.
Ihr Gegenüber schaute sie nur abwartend an.
„Ich…ich kanns dir ja mal zeigen, wenn du Lust hast.“
Er grinste noch mehr.
„Gern.“
Gern…gern war gut.
Sie hoch ihre Tasche hoch und die vielen kleinen und größeren Glöckchen kringelten in einer ihr noch nicht aufgefallenen, warmen Tonlage.
Als sie quer über den Menschen gefüllten Bahnhof ging, spürte sie die warmen Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht und ihr ihren Händen, der Wind blies leicht durch ihre verfilzten Haare und sie lächelte.

Blog eima Traumwelt Früher Liebe Grüße