The Sunday Case

 
Wenn sie die Möglichkeit und den Mut  gehabt hätte, hätte sie sich ihr Herz schon lägst raus schneiden lassen, für immer.

Das, wäre auf Dauer wahrscheinlich angenehmer, als diese hin und her. Immer wieder blutet sie, immer wieder packe sie ihr Herz und riss es sicht euphorisch und mit voller Überzeugung aus der Brust um es in den Gewahr von jemandem anderen zu geben.

Dann trug sie es Tage, Wochen manchmal Monate mit sich rum, ungeschützt und für jeden schmerzhaften Stich bereit, aber immer darauf aus, es endlich zu verschenken, ihn endlich zu überzeugen es an sich zu nehmen. Doch jedes Mal musste sie es früher oder später blutleer und kalt  an die eigentliche Stelle zurücksetzten.

Manchmal ging es schnell und einfach, es war nur eine Operation von ein paar Tagen, dann hatten sich die Fasern und Adern wieder mit einander verbunden, so, als hätte, sie ihr Herz nicht eine halbe Ewigkeit auf dem Präsentierteller durch die Welt getragen. Aber manchmal war es beschädigt, und es glich einer Blutvergiftung oder einem Fremdkörper und ihr Körper wollte und wollte ihr Herz nicht mehr haben.

Und so kam der Tag an dem sie alleine da stand.

Ihr Herz in der Hand, und sie starrte es an, und spürte nichts als Hass auf das mühsam pochende Gebilde.

Sie hatte ihren Körper verschlossen, für immer, nie wieder wollte sie ihr Herz zurück, und niemand war da, der es ihr abnehmen wollte, um darauf aufzupassen, bis es ihr besser ging.

Sie zog ein Messer auf der Tasche und stach es mitten hinein.

Das letzte rote Blut quoll aus der Wunde und dann war alles leer.

Da war kein Hass mehr, keine Liebe, keine Angst und keine Einsamkeit, sie schwebte apathisch auf der Schwelle zwischen leben und Tod, gefühllos und trotzdem seiend.

 

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