Lollipop - Part I

"Also schläfst du bei mir?", fragte er seinen blonden Kumpel, dieser nickte.
"Bleibt mir ja auch nichts anderes übrig."
Ruwen frohlockte innerlich, Crispin schlief sonst nie bei ihm, sondern immer bei Jasper, da dieser aber schwer "beschäftigt" zu sein schien, hatten die beiden beschlossen, dass es wohl besser wäre, Crispin würde ihn diese Nacht alleine lassen.
"Du willst aber doch jetzt noch nicht gehen, oder?"
"Was?", Ruwen trat näher an Crispin heran und legte ihm seine Hand auf die Schulter.
"Ob du jetzt schon gehen willst, will ich wissen?"
"Nö, eigentlich nicht."
"Gut, dann hohl ich mir noch einen Kirschlolli.", Crispin grinste und ging.
Ruwen nickte bloß und stellte sich stumm an den Rand der Tanzfläche. Er beobachtete für einen Moment Jasper. der von dem Mädchen in seinem Arm beinah aufgefressen wurde. Er wusste nur zu gut, wie himmlisch diese Lippen schmeckten, und auch was er damit noch so anstellen konnte, wenn er genügend getrunken hatte. Doch momentan war Jasper mit ganz anderen Dingen beschäftigt und Ruwen brannte darauf an ganz anderen Lippen knabbern zu dürfen, jene, die er bis jetzt noch nicht hatte kosten dürfen.
Das Lied wechselte, At the Drive-In , "Geil", dachte er und sofort wippte sein Knie im Takt, plötzlich stand Crispin wieder neben ihm.
"Alder, wie geil is das denn? At the Drive-In, hammer!", er zog ihn auf die Tanzfläche und die beiden begannen zu tanzen.

Gute Lieder reichten einander eins nach dem anderen die Hand und Ruwen und Crispin kamen gar nicht mehr von der Tanzfläche runter. Immer wieder beugte Crispin sich zu ihm, um ihm etwas vermeidlich Wichtiges zu sagen, dabei landeten seine Hände viel zu oft auf Ruwens Rücken, Arm oder sogar seinem Hintern.
Noch zwei oder drei Järgermeister und ich kann mich mit Sicherheit nachher nicht mehr beherrschen, dachte er.
Trotzdem konnte er nicht sicher sein, dass Crispin genauso dachte, zwar war er mal in einer Partyknutscherei mit Jasper verwickelt gewesen, trotzdem hatte er zurzeit eigentlich eine Freundin.
Ruwen war froh darüber, dass sie sich alle so offen gaben, keiner von ihnen würde sagen, dass er schwul sei, trotzdem gab es eben Momente in denen man von seinem Verlangen gepackt wurde.

"Boar, einen Jägermeister noch und ich werde dir gefügig.", lachte Crispin, und hielt sich an Ruwen fest.
"Schon schlimm wie partyschul wir sind, oder?", schmunzelte Ruwen und ließ seine Hand über Crispins Rücken gleiten.
"Jaaa...also los, trinken wir noch einen?"
"Auf jeden, nach so einem Angebot sagt ich doch nicht nein."
Die beiden drängelten sich durch die Menge bis hin zur überfüllten Theke.
"Zwei Järgermeister.", brüllte Ruwen der Kellnerin entgegen.
"Auf unsere unglaubliche Freundschaft!", lallte Crispin und stürzte den braunen Alkohol herunter.

Zwei weitere Runden später klammerte Ruwen sich an der Theke fest, seine andere Hand lag auf Crispins Unterarm.
"Raus?", nuschelte er.
Crispin nickte und taumelte mit halbgeschlossenen Augen unsicher los.
"Wie kannst du bloß so viele von diesen Lollis fressen?", lallte Ruwen, als Crispin zum wiederholten Male in die Schüssel griff.
"Damit ich ganz süß für dich schmecke.", er klimperte mit den Augen, dann schwanke er gefährlich nach vorne, hielt sich an Ruwens Schultern fest, schließlich legte er seinen Kopf ans dessen Schulter ab.
Crispins Haare kitzelten ihn am Hals.
"Alder, willst du nach Hause?"
"Ich glaub schon.", nuschelte er.
Irgendwie schafften die beiden es sich bis zur Bushaltestelle zu schleppen, da sie aber noch über Neunzig Minuten hätten warten müssen, gingen sie langsam durch die milde Morgenluft.

"Ruwen? Ich kann nicht mehr.", murmelte Crispin, er war immer noch fürchterlich betrunken.
Ruwen drehte sich zu Crispin um, der stehen geblieben war, seine Haare lagen platt am Kopf, er hatte die Hände in seine Hosentaschengestopft und blickte zu Boden.
Ruwen machte einen Schritt auf ihn zu und sagte dann:" Hey, es sind doch nur noch zehn oder fünfzehn Minuten zu gehen."
Crispin schaute auf, seine Augen waren gerötet und glasig, er schwankte ein bisschen, als er sich wieder gefangen hatte, sagte er: "Ne, dass meine ich nicht..."
Ruwen zog die Stirn kraus und schaute ihn skeptisch an.
Crispin kam noch näher und Ruwen roch den Jägermeister Dunst.
"Ich muss pissen, man, was dachtest du denn?", dann lachte er und trat in das nächste Gebüsch.
Ruwen seufzte leise.
"Weiter?", fragte er, als Crispin sich neben ihn stellte und seinen Hosenschlitz zu zog.
"Jo."
Wieder liefen sie ein paar Minuten schweigend.
"So dicht war och schon lang nicht mehr, du Ruwen?"
"Ne...", auch er war noch immer schrecklich betrunken und ein noch schrecklicheres Verlangen brannte ihm auf den Lippen.
"Und ich wollte dir ja gefügig sein.", sagte Crispin grinsend, er packte Ruwens Handgelenkt und bleibt stehen.
"Also, was soll ich tun, Ruwen?"
Ruwen schaute ihn verdutzt an, er schloss kurz die Augen, doch als sich in seinem Kopf alles anfing zu drehen, öffnete er sie wieder.
"Was soll ich tun, Ruwen mit den geilen Beinen?"
Ruwen lachte los: "Mit den geilen Beinen?"
"Jap, dass hat letzten hier die eine gesagt...wie heißt die denn?", er schaute Ruwen fragend an.
"Küss mich!"
"Ne so hieß dich nicht..."
"Crispin?! Küss mich!"
"Jetzt und hier?"
"Ja!"
"Geht klar."
Crispin schaute ihn aus seinen blauen Augen an, er trat noch näher und legte seine Hand auf Ruwens Hüfte, mit der anderen Hand fasste er ihm unters Kinn. Ruwen spürte Crispins raue Lippen, er schmeckte nach Alkohol und Kirschlollis, irgendwie süß und klebrig.
Ruwen zog Crispin noch näher an sich und fuhr ihm mit der Hand durch die Haare, Crispins Hand glitt langsam von Ruwens Hüfte und blieb unterhalb seines Steißbeins liegen.
Irgendwann löste Crispin sich vorsichtig von Ruwen.
"Du küsst besser als Jasper.", nuschelte er ihm ins Ohr und legte seinen Kopf an Ruwens Halsgrube.
"Danke.", nuschelte dieser und drückte Crispin an sich.
Die Sonne erhob sich langsam und färbte den Himmel pfirsichfarben, alles ein bisschen süß und klebrig, dachte Ruwen noch ein Mal, bevor er sich einem weiteren, intensiven Kuss hingab.

 

 

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 Dreieckige Rühreier Part II

 

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